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Tipps und Tricks für den Hausausbau 4 von 4: die Regenwassernutzung

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Des einen Freud ist des anderen Leid: Regenwasser. Wer einen Garten sein Eigen nennen kann, der freut sich über Regen, weil dann nicht gegossen werden muss. Greift man nach einem Regen aber zur Gießkanne, dann freut man sich über volle Wassertonnen. Wer keinen Garten besitzt, den stört nur die planmäßige Ableitung des Wassers von oben. Dabei gibt es noch ein paar Möglichkeiten, das Regenwasser für sich und sein Haus zu nutzen. Nicht nur für das Gießen von Zier-, Nutz- und Esspflanzen ist es dienlich.

Gefiltertes Wasser ist vielseitig einsetzbar

Entscheiden Sie sich für eine Regenwassernutzungsanlage, dann können Sie eine ganze Menge Trinkwasser und damit auch Kosten einsparen. Zum Beispiel kann das von Fremdkörpern (Blättern und anderen Dingen) befreite und ggf. anderweitig gereinigte Wasser für die Toilettenspülung eingesetzt werden. Gut gereinigtes Regenwasser kann auch in der Waschmaschine zum Einsatz kommen. Regenwasser ist überdies ein viel weicheres Wasser als jenes aus der Trinkwasserleitung. Davon profitieren also neben der Wäsche auch die Bauteile der Waschmaschine.

Ist das Regenwasser einmal mit den Leitungen im Haus verbunden, dann können Sie zudem eine davon nach außen legen und zum Gießen des Gartens einen Schlauch daran anschließen. Das spart die Kanne und damit Aufwand. Auch für die Blumen im Haus kann das Regenwasser genutzt werden. Zudem lässt sich damit das Auto waschen, das Fahrrad sauber machen und das Katzenklo reinigen. Es gibt unzählige Anwendungsgebiete, die nicht wirklich Trinkwasser voraussetzen. Dazu kommt, dass Sie bei dessen Einsparung nicht nur Wasser-, sondern auch gleichzeitig Abwasserkosten sparen.

Der Aufbau einer Regenwassernutzungsanlage

Eine Sammel- und Nutzungsanlage für Regenwasser hat einen immer gleichen Aufbau bzw. Ablauf was den Wasserkreislauf anbelangt. Deshalb möchten wir Ihnen an dieser Stelle die einzelnen Komponenten und den Weg des Wassers aufzeigen. Einzelne Teile sind aber individuell anpassbar.

Als erstes kommt natürlich das Dach, über das der Regen gesammelt und in die Rinnen geleitet wird. Von dort geht es in den Regenwasserfilter. Je nach Ausführung und anschließend geplanter Nutzung werden hier größere Fremdkörper und kleinere Teilchen aus dem Wasser herausgefiltert. Anschließend gelangt das Wasser in einen Wasserspeicher. Bei Neubauten kann dieser in Form eines Kunststofftanks innerhalb des Hauses eingeplant werden; bei Altbauten empfiehlt sich meist die unterirdische Installation im Garten des Hauses. Neben Kunststofftanks können hier auch Zisternen aus Beton zum Einsatz kommen.

Wichtig ist dabei, dass ein Überlauf geschaffen wird. So kann überschüssiges Wasser, welches nicht mehr in den Sammelbehälter oder die Zisterne passt, geplant abgeführt werden. Innerhalb des Behälters wird überdies meist eine geregelte und langsame Zuleitung realisiert, damit sich nicht ausgefilterte Schmutzpartikel absetzen können. Für die spätere Nutzung ist eine Saugpumpe vonnöten, welche das gesammelte Wasser aus dem Tank und in die Wasserleitungen oder direkt zur Verbrauchsstelle (bspw. Anschluss im Garten) befördert.

Der grobe Aufbau lautet also wie folgt:

Regenwasserfilter –> Wasserspeicher –> Pumpe –> (Wasserleitungen –>) Verbrauchsstelle

Eigenes Netz, Füllstand und entsprechende Unterstützung

Das eigene Wasserrohrnetz für die Verwendung von gereinigtem Regenwasser besteht meist aus Plastikrohren und ist einfacher aufgebaut als das Trinkwasserrohrnetz. Für die Verwendung des Regenwassers an verschiedenen Stellen (Garten, Toilette, Waschmaschine, etc.) ist ein eigenes Netz immer vonnöten. Wollen oder können Sie die Anschlüsse für die einzelnen Verwendungsstellen nicht ohne weiteres ändern (Wechsel zwischen Regen- und Trinkwassernetz), dann sollten Sie ein intelligentes System installieren, welches je nach Füllstand des Sammelbehälters das Trinkwassernetz in das Regenwassernetz zuschaltet. Sowohl die Installation des zweiten Netzes sowie auch die Verbindung zum Trinkwassernetz muss von einem Fachmann vor- und abgenommen werden.

Größe der Anlage hängt von Gegebenheiten und Nutzung ab

Die Größe des Wasserspeichers sollte vor der Installation der Anlage sehr gut durchdacht werden. Durchschnittlich verbraucht ein Mensch in Deutschland zum Beispiel rund 40 Liter Wasser am Tag alleine für die Toilettenspülung. Zu dieser Überlegung kommen noch andere mögliche Nutzungsbereiche des Regenwassers, die Personenanzahl im Haushalt und der Zeitraum hinzu, für den das Regenwasser gespeichert werden soll.

Diesen Zahlen entgegen steht die mögliche Kapazität der Wasserzuvor, also der Größe des Daches in m² multipliziert mit der durchschnittlichen Regensäule in mm. Die entstehende Menge abzüglich des Verbrauchs plus eines Puffers – das sollte die Kapazität des Speichers sein. Zu bedenken ist hierbei aber auch, dass der Wassertank meist bis zu 50 Prozent der Kosten für die ganze Anlage ausmacht. Hier herrscht also die größte Möglichkeit zur Kosteneinsparung vor.

Fazit zum Thema Regenwassernutzung

Durch die Nutzung von gefiltertem oder gereinigtem Regenwasser lassen sich Kosten und natürlich auch Trinkwasser einsparen. Vor der Installation einer Anlage zur effektiven Nutzung des Regenwassers müssen allerdings ein paar Vorbetrachtungen angestellt werden. Diese führen letztendlich auch zur Kostenkontrolle und zur Nutzung der richtigen Kapazitäten.

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